Ein praktischer Leitfaden zu multidirektionaler Umformung, Seitstanzen, Materialeinsparung und integrierter Montage.
Was ist eine Mehrschieber-Stanzmaschine?
Eine Mehrschieber- oder Vierschieber-Maschine ist im Wesentlichen ein horizontales Stanzsystem, bei dem nockengesteuerte Schieber das Werkstück aus mehreren Richtungen bearbeiten. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Vertikalpresse wirken die Umformwerkzeuge im rechten Winkel um das Bauteil herum – nicht nur von oben und unten.
Die synchronisierten Schieber ermöglichen Biegen, Seitstanzen, Umformen und sogar die Montage komplexer Bauteile, während das Band durch die Maschine läuft. Fertige Bauteile fallen durch die Mitte des Arbeitsbereichs aus.
Typische Anwendungen
Die Mehrschieber-Produktion eignet sich für Blattfedern, Federklammern, Halterungen, Bundbuchsen, Anschläge, Shunts, Unterlegscheiben, Steckverbinder, Reibteile, Magnetgehäuse, Sensorgehäuse, Motorgehäuse, Rückhalteelemente und elektrische Kontakte.
Besonders wertvoll ist dieses Verfahren, wenn mehrere Biegungen oder seitliche Merkmale sonst separate Arbeitsgänge und wiederholte Bauteilhandhabung erfordern würden.
Wie sich das Werkzeug von einem herkömmlichen Presswerkzeug unterscheidet
Da die Schieber das Werkstück aus mehreren Richtungen bearbeiten, ist das Werkzeug mechanisch komplexer als ein typisches Folgeverbundwerkzeug. Nockenprofile, Umformreihenfolge, Schieberspiel und Teileauswurf müssen präzise aufeinander abgestimmt sein.
Balford prüft jedes Bauteil hinsichtlich konventioneller Presse, Folgeverbundwerkzeug, Vierschieber- oder Mehrschieber-Fertigung und wählt den Weg, der die beste Balance aus Werkzeuginvestition, Zykluszeit und Bauteilkosten bietet.
Material- und Montagevorteile
Mehrschieber-Werkzeuge können oft Bandmaterial verwenden, das nahe an der fertigen Bauteilbreite eingekauft wird. Das reduziert Trägermaterial auf beiden Seiten des Bandes und kann echte Einsparungen bringen, wenn Kupfer, Messing oder andere teure Legierungen verarbeitet werden.
Zusatzaggregate können vorgefertigte Elemente zuführen, Gewinde bohren oder Bolzen während des Umformzyklus einnieten. Durch die Kombination dieser Schritte entfällt die sekundäre Handhabung und die Gesamtkosten pro montiertem Bauteil sinken.
Konstruktionshinweise
Komplexere Werkzeuge erfordern naturgemäß mehr Zeit für Konstruktion, Bau und Einfahren. Diese Vorabinvestition zahlt sich aus, wenn Bauteilgeometrie und Stückzahl es ermöglichen, mehrere Arbeitsgänge in einem stabilen, automatisierten Zyklus zu kombinieren.
Wir verarbeiten typischerweise Edelstahl, kaltgewalzten Stahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Berylliumkupfer, Phosphorbronze und Federstahl.
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